Das Projekt Digitale Dörfer Niedersachsen war geprägt von der engen Verknüpfung von Wissenschaft und Praxis: Während nieder­sächsische Kommunen über die Plattform und die Teilnahme informiert und von der ‚Entscheidungs­findung‘ bis zur ‚Gelungenen Umsetzung vor Ort‘ begleitet wurden, gehörten auch das Definieren und Auszeichnen von Modellkommunen, die Evaluation der Prozesse und das Anpassen der Formate zu den Aufgaben des Projektteams.

Abschließend wurde ein Praxisleitfaden für die gelungene Einführung digitaler Innovationen im Dorf anhand des Beispiels DorfFunk entwickelt. Der Fokus liegt auf der Vorstellung der im Projekt entwickelten Materialien und zentraler, praxisnaher Erkenntnisse zur gelungenen Einführung digitaler Innovationen vor Ort. Der Leitfaden veranschaulicht, welche Voraussetzungen zum Gelingen beitragen, welches Engagement es vor Ort braucht und welche Erfolgsgeschichten mit digitalen Innovationen in ländlichen Räumen geschrieben werden können. Mithilfe von 5 Persona wird der Blick beispielhaft auf Engagierte gerichtet, die sich für digitale Innovationen in ihren Kommunen und darüber hinaus einsetzen oder deren Engagement von diesen profitiert. Der Praxisleitfaden richtet sich an kommunale Entscheidungsträger*innen aus Politik und Verwaltung, Vertreter*innen aus dem kommunalen Ehrenamt sowie Privatpersonen.

Ziel der wissenschaftlichen Begleitforschung war es darüber hinaus, zu erkennen, wie sich digitale Innovationen etablieren und skalieren lassen, welche Vorteile sich dadurch für bestehende, aber auch neue Engage­mentformen bieten und welchen Beitrag digitale Innovationen zur Verbesserung der Lebensqualität in ländlichen Räumen leisten können.

Daher wurden Handlungsempfehlungen zur Skalierung digitaler Innovationen in ländlichen Räumen für Mittelgeber auf Landes- und Bundesebene sowie für Akteur*innen der ländlichen Entwicklung erarbeitet. Die Handlungsempfehlungen können bei der Verbreitung und Skalierung digitaler Innovationen unter Berücksichtigung regional unterschiedlicher Bedarfe unterstützen. Sie sind in zwei Hauptkapitel gegliedert. Es wird zunächst auf die Projektgeschichte eingegan­gen, bevor anhand einiger Beispiele die Herausforderungen, Lösungen und konkreten Handlungs­empfehlungen für die Praxis vorgestellt werden. Im Kapitel Verbesserung der Lebensqualität durch digitale Innovationen richtet sich der Blick auf die Erkenntnisse, die durch das Definieren von Best Practices gewonnen wurden. Ein besonderer Schwerpunkt liegt hier auf der Rolle des Ehrenamts und auf den Learnings in Bezug auf die Akzeptanz digitaler Innovationen vor Ort. Am Ende stehen die erar­beiteten Handlungsempfehlungen aus beiden Kapiteln kompakt als Übersicht zur Verfügung.

Resiliente, vernetzte, engagierte Kommunen in Niedersachsen – das war das Ziel des Projekts Digitale Dörfer Niedersachsen. Sicherlich gab es solche Kommunen bereits vor dem Projektbeginn, denn Niedersachsen ist ein vielfältiges und engagiertes Bundesland, welches sich jedoch gleichzeitig vielen Herausforderungen stellen muss. Durch die Etablierung der Digitale Dörfer Plattform ist einerseits das vielfältige Engagement ein deutliches Stück sichtbarer geworden und sind andererseits die Möglich­keiten zur gemeinsamen Bewältigung von Herausforderungen gewachsen.